Fragen in Vorbereitung auf den Open Space zur Fachtagung „ Hochsensible Kinder verstehen und begleiten“ in Köln vom 25-28.2017.

 

Zentrale Frage:  Wie werden wir zu guten Begleitern von hochsensiblen Kindern?

 

In der Beratungspraxis für Familien mit hochsensiblen Kindern bei Aurum Cordis wird einmal mehr deutlich, dass für diese Kinder in verstärktem Maße gilt, dass sie aus ihrem ganzen Wesen heraus kommunizieren. Als Erwachsene sind wir uns dieser Sprache oft nicht mehr bewusst. Schule und Erziehung haben uns gelehrt, dass mental gesteuerte, sprachliche Kommunikation der einzige Weg ist, um miteinander in Kontakt zu treten.

 

Als Erwachsene haben wir daher verlernt, die non-verbale Sprache dieser Kinder zu entschlüsseln und ihre Botschaft zu verstehen. Viel eher werden sie darum pathologisiert und als verhaltensauffällig betrachtet. Kaum jemand kommt daher auf die Idee, dass es in der Unterschiedlichkeit der Kommunikationswege von Erwachsenen und insbesondere hochsensiblen Kindern keinen inneren Treffpunkt mehr geben könnte. Er wird jedoch gebraucht, um die Geschichte, auf die die Kinder in ihrem Verhalten aufmerksam machen, erschließen und verstehen zu können.

Eine zentrale Frage für den Open Space könnte also sein, welche Form innerer Achtsamkeit und Wahrnehmungsschulung auf Seiten von Eltern und Erziehern dazu beitragen könnte, die Sprache der Kinder zu verstehen, um den Treffpunkt wieder herstellen zu können?

  • Wie können Eltern, Kitas, Kindergärten und Schulen darin unterstützt werden, Hochsensibilität als Wahrnehmungsform und Persönlichkeitsmerkmal in seinen Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele sowie Beziehungsgestaltung zu verstehen?
  • Welche Fachkenntnisse rund um Wahrnehmung sind wichtig, um die Ausdrucksformen der Kinder einordnen zu können? ( z.B. persistierende frühkindliche Reflexe als eine mögliche Ursache für eine Verstärkung von Hochsensibilität und mangelnde Regulationsfähigkeit des hoch erregbaren Autonomen Nervensystems.)
  • Wie kann es gelingen, den sprichwörtlichen Perfektionsdrang dieser Kinder so zu handhaben, dass Lernen und Üben nicht als Ausdruck von Inperfektion verstanden und darum verweigert wird?
  • Wie können Eltern und Erzieher darin unterstützt werden, die Fragen der kleinen Philosophen ernst zu nehmen und altersgerecht zu beantworten?
  • Wie können hochsensible, oft auch hochintelligente junge Schulverweigerer wieder integriert werden?
  • Welche pädagogische Unterstützung können Eltern im Umgang mit den manchmal ausufernden Wutanfällen der Kinder erhalten?
  • Welche Formen von Disziplinierung sind geeignet, das hochsensible Kind in seinen ausgeprägten Werten nicht zu beschämen und dennoch auf Unzulänglichkeiten aufmerksam zu machen?
  • Sind Offene Konzepte in KiTas und Kindergärten für diese Kinder geeignet oder nicht?
  • Wie kann es gelingen, Schulformen und Lernformate zu entwickeln, die hochsensiblen Kindern entsprechen?
  • Wie ist es möglich, ein bundesweites Informationssystem zu diesen Schulen zu entwickeln?